Am 01.10.1954 wurden wir, der Posaunenchor, von Pfarrer Wolf Poetter gegründet. Die ersten Mitglieder waren u.a. Gerhard Kropf und Manfred Lahr. Es folgten die ersten Dirigenten, die sich nach der Reihe ablösten und ersetzten, darunter Herr Hess als 1. Dirigent, Werner Lasse als 2., Reinhard Praekelt als 3., worauf Artur Kanigowski (aktueller Chorleiter) das Amt übernahm. Während seiner Amtszeitunterbrechung sprang Jürgen Lange für ihn ein.
Prominentes ehemaliges Mitglied des Chores ist Hans-Werner Olm, der zu seiner Zeit der Siebziger den Chor mit den Klängen seiner Trompete unterstützte.
Es ist uns gelungen, eine gute Mischung aus "Alt" (damit sind die 40 bis 50-jährigen gemeint) und "Jung" zum gemeinsamen Bläserdienst in unserer Kirche zu vereinen, nämlich ein Drittel der Mitglieder ist unter 20 Jahre und das gibt uns viel Hoffnung auf eine gute Zukunft.
Anfang der 50er-Jahre ergriff der damalige Pfarrer Herr Wolf Pötter die Initiative und rief zu einer Spendenaktion auf, um die ersten Instrumente, Noten und Notenständer anzuschaffen. Wie lange er dazu brauchte, wie viel Wege er gehen musste, wie oft er um Spenden gebeten hat, weiß heute niemand mehr. Aber schon im Oktober 1954 zum Erntedankfest wurden die ersten acht Instrumente übergeben und damit der Posaunenchor Bochum - Engelsburg ins Leben gerufen. Der damalige Organist, Herr Willi Heß übernahm die Leitung und die Ausbildung der Chormitglieder.
Aber "O" Schreck, auf einmal waren mehr Interessenten als Instrumente da! Auch hier fand sich eine Lösung: Tuba und Zugposaune wurden doppelt besetzt, dass heißt, eine Woche nahm der eine das Instrument mit nach Hause, in der nächsten der andere. In der heutigen Zeit eine unmögliche Vorstellung. So traf man aber eine gesunde Auslese, denn der hartnäckigere von beiden setzte sich mit der Zeit durch. So musste sich auch Gerhard Kropf, der leider nicht mehr unter uns ist, den Bass mit jemandem teilen. In seinem Tagebuch, das kürzlich gefunden wurde, steht im Oktober 1954 eingetragen: "Heute habe ich den dicken Bass bekommen." Aber es war damals wirklich nur ein ganz kleiner, nämlich eine "halbe" Tuba.
Die ersten Proben wurden im Taufraum der Martinikirche durchgeführt und schon im Spätsommer 1955 bei der Einweihung des Jugendheimes an der Essener Str. trat der Posaunenchor mit einem ersten kleinen bescheidenen Programm auf. Dem Umzug aus dem Taufraum in das Jugendheim stand nichts mehr im Wege. Ständiger "Gast" bei den Proben war der damalige Küster Herr Huhn. Er beobachtete uns, mit welchem Fleiß und Elan wir die Choräle für den sonntäglichen Gottesdienst einübten. Auch wie die Instrumente gehalten wurden, war ihm nicht gleichgültig. Hielt jemand mal sein Horn etwas liebevoll fest, kam sofort der Ausspruch:" Der hält sein Instrument, als wenn er seine Braut im Arm hat."
Das Kurrendeblasen an den Adventssonntagen begann in diesem Jahr.
Die Begeisterung der jungen Männer war so groß, (damals gab es noch keine jungen Mädchen im Chor) dass kein Regen oder Schnee, sondern nur eisige Kälte sie von ihrem Dienst abhalten konnten. Anschließend gab es bei Gemeindemitgliedern oder beim Pfarrer ein gemeinsames Frühstück.
Dieser schöne Brauch, der in unserer Gemeinde so viel Anklang gefunden
hat, besteht bis in die heutige Zeit. Unser Küster, Herr Schotsch, schickt uns morgens mit einem heißen Glühwein oder Tee auf den Weg. Das ist auch eine schöne Einrichtung geworden. Wir werden es wohl in der Zukunft sehr vermissen. Oder vielleicht auch nicht...?
Bis Anfang der 60er-Jahre wechselten sehr oft die Chorleiter, teils durch berufliche Veränderungen, auch durch Wohnungswechsel bedingt. Das war für den Chor nicht unbedingt vorteilhaft. Erst 1963, als Herr Reinhard Präckelt die Posaunen von seiner Frau Brunhilde übernahm, kehrte mehr Ruhe ein und der musikalische Aufschwung war unverkennbar. Choräle, Kantaten, Volksmusik, Märsche und doppelchörige Sätze wurden zur Aufführung gebracht.
Die Geselligkeit kam in diesen Jahren auch nicht zu kurz. Im Mai 1970 besuchten wir die Gemeinde Dußnang in der Schweiz, wo Pfarrer Rabby Müller tätig war. Bei westfälischem Spanferkel und Bochumer Pils, dass wir über die Grenze geschmuggelt hatten, verlebten wir dreizehn Posaunenbläser ein paar sehr schöne Tage. Auch die Fahrt ins Alte Land bei Hamburg oder die Wochenendfahrten zur Jugendherberge Haus Sommerhagen bei Breckerfeld waren Höhepunkte in unserem Posaunenleben, die vielen kleinen Fahrten gar nicht mitgerechnet. Wir wollen hoffen, dass auch in der Zukunft Kontakte über Bochums Grenzen hinaus neu geknüpft werden, beispielsweise auch über Kirchentage, die wir besuchen.
Ein Höhepunkt war das 25-jährige Chorjubiläum 1979. Noch nie hatten wir einen so starken Chor wie zu dieser Zeit. Alle Stimmen waren gleich gut besetzt. Das Konzert mit dem Martini - Kirchenchor und einigen Solisten wurde eine gelungene Vorstellung. Es gab uns die Kraft und den Mut noch mehr zu wagen. Die Unterstützung durch Pastor Maas und das Presbyterium war riesig. Es wurden neue Instrumente und Noten angeschafft. Die kleine Welt des Posaunenchores schien in Ordnung zu sein. Und doch begann etwa drei Jahre später eine Talfahrt, wie immer nach einem Gipfelsturm. Reinhard Präckelt gab den Dirigentenstab aus gesundheitlichen und privaten Gründen ab. Es gab einige unruhige Jahre, Artur Kanigowski übernahm den Chor und es dauerte lange, bis wieder Ruhe einkehrte.
Im Januar 1989 hatte unsere Gemeinde, auf Einladung von Pastor Maas, einen Posaunenchor aus Argentinien zu Gast. Sie kamen von der südlichen Halbkugel, wo gerade Hochsommer war, in unseren kalten Winter. Wer nun geglaubt hätte, sie müssten hier erst warm werden, sah sich getäuscht. Mit ihren flotten südamerikanischen Rhythmen stellten sie uns auch vor neue Aufgaben. Das gemeinsame Konzert und der anschließende gemütliche Abend fanden viel Anklang und hielt uns die Gäste in guter Erinnerung.
Beim 50-jährigen Jubiläum, im Oktober 2004, waren wir wieder eine Gruppe von 18 Bläsern und Bläserinnen. Die meisten kamen aus unserer eigenen Gemeinde, was in den ersten 25 Jahren genau umgekehrt war. Kreisproben innerhalb des Kirchenkreises Bochum wurden regelmäßig besucht. Dadurch entstanden Kontakte zu anderen Posaunenchören, was der Posaunenarbeit nur förderlich sein konnte. So freuten wir uns darüber, dass der Kreisposaunentag in diesem Jahr in der Martinikirche stattfand. Etwa 60 Bläser und Bläserinnen aus Bochumer Posaunenchören wirkten an dem Gottesdienst mit. Es war der Auftakt zu unserem Jubiläumsjahr.
2008 konnten wir mit dem Bläserkreis Höntrop nach einer netten gemeinsamen Probe zum Gelingen eines Gottesdienstes am Himmelfahrtstag 2008 in Preins-Feld beitragen. Weiterhin gaben uns die Kreisproben für den Kreisposaunentag und den Gottesdienst zum 1000-jährigen Bestehen der Stiepeler Dorfkirche wieder neue Anregungen.
Ein Wochenende im Haus Ebbehang in Valbert (Sauerland) bereitete uns viel Freude und stärkte unsere Gemeinschaft.
Die beiden Jahre 2007/2008 wurden für uns zu einer bewegten Zeit, die durch die Zusammenlegung der Gemeinden Engelsburg-Goldhamme und Eppendorf zur neuen Gemeinde Eppendorf-Goldhamme geprägt waren.
Am Heiligen Abend 2008 nahmen wir mit dem traditionellen Turmblasen und der Mitgestaltung des Gottesdienstes Abschied von unserer alten Wirkungsstätte.
Zum 01.01.2009 wechselten wir zur Evangelischen Kirchengemeinde Weitmar (Matthäus-Gemeinde), die uns herzlich Willkommen hieß.
Wünschen wir uns, unserer Gemeinde und unserem Freundeskreis, dass es den ev. Posaunenchor Bochum-Engelsburg noch viele Jahre gibt und er das Gemeindeleben mitgestaltet.